offener Brief an das österreichische Außenministerium:

Reisewarnung in das UrsprungslandIn den vergangenen Tagen wurde seitens des österreichischen Außenministeriums eine Reisewarnung für 21 Länder ausgesprochen. Das Außenministerium spricht Reisewarnungen nur in besonderen Krisensituationen aus (zum Beispiel kriegs- oder bürgerkriegsähnliche Situation in einem Land sowie Epidemien), wenn eine generelle Gefährdung für Leib und Leben besteht.Bekanntlich kämpft die ganze Welt seit Monaten mit einer Pandemie, die in den letzten Jahrzehnten seinesgleichen sucht. In einer globalen Zeit, in der sich Menschen schneller als je zuvor von einem Ort zum anderen bewegen können, war und ist es unabdingbar, die Geschwindigkeit zu drosseln um weitere Ausbreitungen der Pandemie einzudämmen, notfalls durch Schließung der Grenzen bzw. Flughäfen. Österreich hat hier frühzeitig gehandelt, alle notwendigen Maßnahmen getroffen, und so das Schlimmste verhindert. Durch maßgebliche Mitwirkung der Bevölkerung wurde das Virus hierzulande erheblich ausgebremst, so dass schrittweise wieder eine Normalität einkehrte.An diesem „Erfolg“ waren nicht nur Österreicherinnen und Österreicher beteiligt, sondern alle Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, ob mit oder ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Darunter viele, die noch enge Beziehungen zu ihrem Ursprungsland haben, und mindestens einmal jährlich in dieses Land reisen, um die Verwandten zu besuchen, Einkäufe zu tätigen und Energie zu tanken, um weiterhin tüchtig ihre Arbeit in ihrer Wahlheimat verrichten zu können.Für diese Menschen ist eine Sommerreise mehr als nur ein Urlaub. Nicht selten verzichten diese Menschen das ganze Jahr über auf ihren Urlaubsanspruch, um im Sommer genug Zeit zu haben, in diese Länder zu reisen, alle ihre Verwandten zu besuchen, unter Umständen Feierlichkeiten wie Hochzeiten u.ä. beizuwohnen und neue Kräfte zu sammeln für das kommende anstrengende Arbeitsjahr.In eines dieser genannten Länder, der Türkei, gibt es nun eine Reisewarnung der Stufe 6. Die Türkei hat von Anfang an exakt die gleichen Maßnahmen getroffen wie vergleichsweise Österreich, Italien oder Frankreich. Die Verbreitung konnte schneller als diese Vergleichsländer unter Kontrolle gebracht werden und ist auch derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau. Zur Zeit gibt es ca. 180.000 bestätigte Fälle und ca. 151.000 genesene. Bis heute sind 4807 Menschen dieser Krankheit zum Opfer gefallen. Täglich werden über 45.000 Tests durchgeführt. 684 Menschen befinden sich in der Intensivstation.Bei über 80 Millionen Einwohnern sind das Fakten die durchaus deutliche Zeichen dafür sind, dass die Türkei die Pandemie innerhalb ihrer Grenzen unter Kontrolle zu haben scheint. Somit ist aus unserer Sicht eine Reisewarnung dieser Stufe nicht gerechtfertigt. Wenn man die Fakten mit Ländern wie Italien, Frankreich oder Großbritannien vergleicht kommt der Verdacht nahe, dass diese Entscheidung eher politische Gründe hat.Wir bitten die Bundesregierung innlichs, diese Entscheidung noch einmal zu überdenken und so mehr als 300.000 in Österreich lebenden Menschen den Weg frei zu machen für ihren wohl verdienten und lang ersehnten Urlaub in ihrem Ursprungsland.Diesen Mitbürgerinnen und Bürgern möchten wir allerdings dringlichst davon abraten unter diesen Umständen eine Reise in ein Land der Sicherheitswarnstufe 6 zu planen oder in Erwägung zu ziehen. Erst wenn die österreichische Bundesregierung in dieser Sache einen Schritt in die richtige Richtung setzt ist der Weg frei für eine abgesicherte Reise.Sollte trotz dieser Sicherheitswarnstufe jemandem etwas zustoßen, kann es passieren, dass die Gesundheitskassen von jeglicher Haftung frei sind und man die Kosten für etwaige Operationen oder Behandlungen selbst tragen muss.

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